07.04., Mittwoch: RAC Cable Beach Holiday Park - Frühstücksgönnung
Im Gegensatz zu gestern, müssen wir heute zeitig aus dem Bett. Um 8 Uhr wird Koby in der Werkstatt erwartet. Wir liegen gut in der Zeit, doch beim Einpacken des Zeltes werden wir unerwartet aufgehalten. In jedem Winkel haben sich unzählige Käfer eingenistet. Wir schütteln hunderte der Viecher aus dem Stoff. Trotzdem schaffen wir es am Ende pünktlich beim Mechaniker in Broome auf der Matte zu stehen.
Nachdem das Problem erläutert ist, wird uns gesagt, das Ganze dauert etwa eine Stunde. Klingt also nicht, als wäre es eine große Sache. Wir sind dementsprechend frohen Mutes. Sogar die Batterie vom Kühlschrank können wir zum Laden dort lassen. Das Sichtfenster zeigt zu Cecils Entsetzen nicht nur einen entladenen Status, sondern dass sogar Wasser aufgefüllt werden muss. Hoffentlich ist die Batterie noch zu retten. Uns bleibt erstmal nichts weiter übrig, als abzuwarten. Die Zeit planen wir mit einem Frühstück zu vertreiben. Darauf haben wir aus Zeitgründen heute früh verzichten.
Leider gibt es in der Nähe keinerlei Cafés. Aus der Not heraus betreten wir eine Tankstelle um die Ecke. Das Angebot lässt jedoch stark zu wünschen übrig, ist dafür aber umso teurer. Bis ins Zentrum müssten wir vierzig Minuten laufen. Bei dieser Hitze wirklich nicht erstrebenswert. Vor diesem Hintergrund beschließen wir, dass wir es auch noch eine weitere Stunde ohne etwas zu essen aushalten.
Immerhin ein kleiner Park befindet sich nahe der Werkstatt. Wir lassen uns an einem der Tische nieder und überlegen, wie es weitergeht. Für heute Nacht könnten wir uns sogar vorstellen einen Platz hier in Broome zu buchen. Bei Wiki-Camps und Campermate checken wir das Angebot. Währenddessen werden wir schon wieder von Mücken attackiert. Offensichtlich sind diese im Schutz des überdachten Pavillions hier auch tagsüber aktiv. Bevor wir die Flucht ergreifen können, klingelt plötzlich Sarahs Handy. Vielleicht ist Koby schon wieder fit. Das wäre klasse. Doch es kommt ganz anders.
Die Mechaniker haben das Problem identifizieren können. Direkt über dem Benzintank sorgt ein offener Draht im Kabelbaum für einen Kurzschluss. Um das zu reparieren, müssen am Heck einige Teile abgebaut werden und trotzdem wird es ziemlich fummelig den Defekt zu beheben. Wir müssen damit rechnen, dass die Aktion zwei bis drei Stunden dauert. Nachdem er aufgelegt hat, teilt Cecil Sarah mit, was sie schon aus seinem Blick ablesen konnte. Völlig desillusioniert, machen wir uns jetzt doch auf den Weg in die Stadt. Zeit genug haben wir ja jetzt und viel länger halten wir es nicht aus ohne einen Happen gegessen zu haben.
Chinatown ist der erste Außenbezirk, den wir erreichen. Eine große Baustelle erstreckt sich über die gesamte Straße, doch offenbar haben alle Läden geöffnet. Völlig verschwitzt betreten wir das Dragonfly Café. Eine schnelle Recherche auf dem Weg hat ergeben, dass hier sehr gutes Frühstück serviert wird. Die Karte ist in jedem Fall reichhaltig. Wir brauchen eine gefühlte Ewigkeit, bis wir uns endlich entschieden haben. Zu Toast Benedikt und Toast mit Avocado und Feta, gibt es frisch gepresste Säfte. Die Zutaten für letzteres können wir selber auswählen. Bei Sarah landen Apfel, Erdeerben, Ananas und Wassermelone im Glas. Cecil entscheidet sich für annähernd dasselbe, nur dass die Wassermelone bei ihm durch Limone ersetzt wird.
Es dauert nicht lange, bis unser Essen serviert wird. Beide Toasts schmecken hervorragend. Obwohl man das mit den Eiern Benedikt hervorheben muss. So ein perfekt pochiertes Ei ist schon etwas besonderes. Und besonders Lecker. Das hat natürlich auch seinen Preis. Fast 60$ lassen wir im Café. Doch das wollten wir uns einfach noch gönnen, bevor nach Koby's aufwendiger Reparatur wohl kein Geld mehr für solche Dekadenzen übrig ist.
Die Teller sind bis auf den letzten Krümel leergefegt und selbst die Eiswürfel aus unseren Gläsern haben wir mittlerweile verspeist. Die Vorstellung, wieder nach draußen in die Hitze zu gehen, ist wenig erstrebenswert, doch wir können den Tisch nicht länger besetzen ohne noch mehr zu bestellen. Es herrscht reger Betrieb in dem kleinen Laden. Vielleicht finden wir Zuflucht im i-Site. Eine Klimaanlage haben sie dort ganz bestimmt.
Tatsächlich ist es schön kalt im Informationszentrum, mehr allerdings auch nicht. Die Wände sind gespickt mit Prospekten, doch wenig davon hat Mehrwert. Das meiste sind Werbeflyer und Broschüren von Hotels oder Resorts. Immerhin ist das Wlan ohne großen Aufwand verfügbar. Cecils erster Weg führt ihn auf die Website der westaustralischen Nationalsparks. Dort sieht er, dass die Öffnung des Purnululu NP vom 09. auf den 19.04. verschoben wurde. Ein herber Schlag. Zwei weitere Parks, der King Leopold und der Windjana Gorge, sind ebenfalls weiterhin geschlossen. Defacto ist die gesamte Gibb River Road, an der diese Schutzgebiete liegen, wegen Überflutung geschlossen. Wir sind zurecht ziemlich frustriert. Bis zum 19.04. ist es noch verdammt lange hin. Falls wir solange warten, würde das wahrscheinlich bedeuten, dass wir uns den Trip nach Tasmanien aus dem Kopf schlagen müssen. Andererseits sollte der Purnulu NP das Highlight unserer Aufenthalts in Western Australien werden. Jetzt ist guter Rat teuer. Sarah will es nicht wahrhaben und fragt bei einer der Mitarbeiterinnen des Info-Centers nach. Diese bestätigt allerdings, dass alle genannten Nationalparks derzeit geschlossen sind. Wann eine Öffnung erfolgt, kann keiner mit Gewissheit sagen. Alles hängt davon ab wie schnell die Flutschäden beseitigt werden können und wenn es erneut regnet, ist natürlich alles hinfällig. Wir bekommen jedoch den Tipp, erneut in den Touristen-Büros nachzufragen, die sich näher dran befinden. Die Informationen im Internet werden nicht immer zeitnah aktualisiert. Vielleicht haben wir doch noch Glück.
Als wir das i-Site verlassen, ist es kurz vor Zwölf. Noch immer haben wir keinen Anruf von der Werkstatt erhalten. Da wir nicht wissen, was wir noch hier im Zentrum tun sollen, machen wir uns auf gut Glück auf den Rückweg. Wir haben die Tankstelle an der Ecke vor der Werkstatt erreicht, doch noch immer haben wir keine Nachricht erhalten. Cecil meint allerdings Koby auf der Straße stehen zu sehen. Trotzdem betreten wir kurz die Tankstelle. Wir haben in keinster Weise vor etwas zu kaufen, doch es ist so angenehm kühl dort drinnen.
Im Büro der Werkstatt ist von dem Mann, der Koby heute morgen abgenommen hat, nichts zu sehen. Stattdessen sitzt uns jetzt eine Frau gegenüber. Nachdem wir nach Koby gefragt haben, meint sie das er fertig sei. Dazu sei sie überrascht, dass uns keiner angerufen hat. Am Ende müssen wir eine Rechnung über 315$ begleichen. Verschmerzbar, da das Thema damit hoffentlich ein für allemal erledigt ist. Da die Batterie vom Kühlschrank noch nicht vollständig geladen ist, wird uns angeboten sie noch über Nacht am Strom zu lassen. Wir können den Kühlschrank ans Stromnetz vom Campingplatz hängen, daher gehen wir den Deal ein.
Der RAC Caravan Park ist nicht der günstigste, doch das Wlan soll, den Kommentaren bei Wiki-Camps nach, schnell sein und es ist sicher. Bei den anderen Plätzen in Broome lesen wir mindestens einige Horror-Stories über Diebstähle und dergleichen. Dank unserer Bonus-Mitgliedschaft zahlen wir 40$ für einen Platz mit Zugang zum Strom. Eine sogenannte “powered Site”. “Unpowered” gibt es hier gar nicht. Diese wäre im Normalfall unsere erste Wahl gewesen, doch heute trifft es sich ganz gut, denn wir brauchen Strom für den Kühlschrank. Unser Platz ist leider schlecht gelegen. Direkt hinter dem Toiletten und der Stromverteiler ist ziemlich weit weg. Zum Glück finden wir am WC-Block noch ein paar Steckdosen. Außerdem befindet sich dort eine Wäscheleine, die uns wohl exklusiv zur Verfügung steht und ein Wasserhahn. Am Ende ist der Platz also doch gar nicht so schlecht.
Kurz nachdem das Zelt aufgebaut ist, machen wir uns an die Arbeit. Cecil bearbeitet im Akkord Videos, Sarah stellt das Foto-Puzzle für ihren Vater fertig. Anschließend liest sie Korrektur und postet die nächsten Blog-Einträge. Es folgt ein wenig Vergnügen. Seit Sarah das letzte Mal mit ihrer Familie telefoniert hat, ist schon eine Weile her. Höchste Zeit sich gegenseitig auf Stand zu bringen. Ihren Papa erreicht sie leider nicht, aber das kann vielleicht noch nachgeholt werden.
Der Sonnenuntergang in Broome ist legendär. Unser Platz liegt in fußläufiger Entfernung vom Cable Beach. Einem der besten Orte, um das Spektakel zu beobachten. Unterwegs stoßen wir auf ein Känguru, welches unter einer Fußgängerbrücke gegrast hat. Sehr guter Einstieg.
Wir empfinden den Strand jedoch als ziemlich enttäuschend. Der Sand ist hart und voller Menschen. Ein Teil der Küstenlinie ist sogar mit dem Auto befahrbar. Dafür sehen die Wellen wirklich gut aus. Etliche Surfer sind im Wasser. Wir beobachten sie ein wenig und quatschen, während im Hintergrund die Sonne untergeht. Leider tut sie das heute relativ unspektakulär.
Auf dem Rückweg kommen wir an einem Restaurant vorbei. Die Divers Tavern befindet sich direkt neben dem Campingplatz. Spontan entscheiden wir dort noch einzukehren. Es ist bereits gerammelt voll und dementsprechend laut, doch wir finden noch einen Tisch. Bei einer Runde Drinks gehen wir gemeinsam die Speisekarte durch. Als wir endlich bereit sind zu bestellen, kommen wir ein paar Minuten zu spät. Die Küche ist total überlastet und daher werden zunächst keine weiteren Bestellungen mehr angenommen. Na klasse.
Auch außerhalb der Küche wirkt die Personaldecke etwas dünn. Am Tresen bilden sich durchgehend lange Schlangen. Nach zwanzig Minuten Wartezeit können wir dann doch bestellen. Zur Vorspeise wird Knoblauchbrot serviert, welches wirklich gut schmeckt. Es folgt Burger. Der ist zwar nicht der absolute Knaller, aber im Großen und Ganzen in Ordnung. Leider ist die Soße nicht gut, was unserer Meinung nach eine der wichtigsten Zutaten ist. Nach dem Essen haben wir genug von dem lauten Trubel im Restaurant und gehen zurück zu Koby.
Für Cecil geht es direkt weiter ins Bett. Er guckt noch eine Folge seiner Serie, dann ist Schlafenszeit. Sarah telefoniert derweil mit ihrem Vater und ist danach irgendwie aufgekratzt. Sie nutzt den Luxus einer Dusche zum zweiten Mal heute und schaut danach auch noch ein paar Folgen ihrer Serie. Danach will es ihr jedoch noch immer nicht gelingen einzuschlafen. Es ist schon fast ein Uhr in der Nacht, als ihr endlich die Augen zufallen.






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