06.04., Dienstag: Roebuck Plains Parking Area - Kurze Tour

Wir haben für heute geplant mal wieder auszuschlafen. Doch ein paar Vögeln scheint diese Information nicht erreicht zu haben. In ordentlicher Lautstärke wird ab den frühen Morgenstunden munter gezwitschert, was das Zeug hält. Von so einem Konzert lassen wir uns jedoch gerne wecken. 
 
 
Da wir jetzt doch zeitig aus dem Bett gekommen sind, können wir uns beim Frühstück so richtig Zeit lassen. Der weitere Plan für den Tag sieht lediglich vor zu einer Rest Area kurz vor Broome zu fahren. Morgen haben wir einen Werkstatt-Termin für Koby. Hoffentlich wird dann endlich das Problem mit den defekten Bremslichtern gelöst. Seit knapp einer Woche sind diese nun ausgefallen. Zum Glück hält sich der Verkehr hier in Grenzen. Neben den Bremslichtern scheint auch etwas mit dem Benzinverbrauch nicht in Ordnung zu sein. In letzter Zeit liegt dieser deutlich über dem Durchschnitt. Nach dem Frühstück inspiziert Cecil daher das Abgasrückführventil. Dieses war schon einmal kaputt und eines der Symptome war ein größerer Durst von Koby. Doch das Ventil macht einen einwandfreien Eindruck. Trotzdem reinigt es Cecil so gut es geht. Der hohe Verbrauch muss aber von anderer Stelle herrühren. Wir werden weiter probieren, dem auf den Grund zu gehen.
Wir sind ziemlich froh, als das Zelt eingepackt ist und wir abfahrbereit sind. Endlich können wir uns in den Wagen setzen und die Klimaanlage anwerfen. Draußen ist es heute wieder unerträglich. Um zwanzig vor neun machen wir uns auf den Weg. Die Fahrt ist nicht sonderlich spannend und keine zwei Stunden später erreichen wir bereits die von uns auserkorene Rest Area für die kommende Nacht. Bis nach Broome sind es von hier aus nur noch 60 km. Näher kommt man nicht heran, wenn man kostenlos campen möchte. 
Im ersten Moment sind wir ein wenig überfordert. Es ist noch so früh. Was fangen wir jetzt mit dem Tag an? Zunächst beschäftigen wir uns damit mehrfach umzuparken. Es gilt einen Platz zu finden, an dem wir möglichst nicht von der Straße aus sichtbar sind. Das ist uns immer lieber. Außerdem wäre wenigstens ein klein bisschen Schatten wünschenswert. Die erste Anforderung können wir noch recht leicht erfüllen. Wir finden einen Platz, der von ein paar Büschen von der Straße abgegrenzt ist. Mit dem Schatten wird es allerdings nichts. Da bleibt uns nichts anderes übrig, als unser Awning aufzubauen. Auf dem Schotterplatz haben wir jedoch kaum einen Chance die Heringe dafür in den Boden zu bekommen. Wir müssen also noch ein letztes Mal wenden. An den Platz grenzt eine Wiese an. Dort ist es kein Problem, die Metallhaken in den Boden zu schlagen. 
Tisch und Stühle bauen wir im Schatten des Awnings auf. Dort lesen wir dann zunächst ein bisschen. Über den Platz weht eine recht steife Brise. Das hilft wahre Wunder gegen die ansonsten affenartige Hitze. Gegen kurz vor eins gibt es dann Mittag. Heute steht Müsli mit Joghurt auf dem Programm. Frisch gestärkt, werden wir anschließend etwas aktiver. Sarah beginnt damit Stichpunkte zu schreiben. Cecil muss seinen noch fast brandneuen Stuhl bereits das erste Mal nähen. Die Dinger von Kmart sind wirklich nicht zu empfehlen. 
Am Nachmittag holt Sarah ihr Strickzeug heraus. Der Unterleger, der in Zukunft die Beschichtung unserer Pfanne vor Kratzern schützen soll, nimmt langsam Form an. Für Cecil steht eine eher traurige Aufgabe an. Die Alli, die damals am Chambers Pillar abgestürzt ist, wird in ihre Einzelteile zerlegt. Alles was eventuell noch brauchbar ist, wird sicher verstaut. Für den Rest gibt es leider keine Verwendung mehr. Damit ist dieses Kapitel wohl endgültig abgeschlossen. 
 
 
Bei Sarah steht nach dem Stricken Sport an. “Crazy Cardio & Abs” heißt ihr heutiges Programm. Ein wirklich höllisch anstrengendes Training, doch sie beißt die Zähne zusammen. Es geht bis an die Schmerzgrenze. Dagegen ist Cecil weiterhin mit deutlich weniger fordernden Aufgaben beschäftigt. Zumindest körperlich muss er sich dafür nicht verausgaben. Dafür wird Fingerspitzengefühl verlangt. In einer verzweifelten Aktion hat er damals versucht seine alte GoPro Hero 7 zu retten. Dafür hat er die Gummischicht über dem Power-Knopf eingeschnitten, um diesen wieder instand zu setzen. Doch am Ende hat alles nichts geholfen und eine neue Kamera musste her. Die alte kann Cecil über Amazon reklamieren und würde sein Geld zurückbekommen. Bis Ende Juli muss die Kamera dafür bei Amazon Deutschland eingeschickt werden. Es ist zu befürchten, dass der Anspruch erlischt, wenn festgestellt wurde, dass Cecil an dem Gerät herum gewerkelt hat. Bevor die Kamera nach Deutschland und weiter zu Amazon geschickt wird, gilt es daher den Eingriff so gut es geht zu kaschieren. Etwas Sekundenkleber und besagtes Fingerspitzengefühl, schon ist nichts mehr zu erahnen. 
Sarah braucht nach ihrem Sport zunächst etwas zum Herunterkommen. Sie übernimmt daher erneut das Schreiben der Stichpunkte. Cecil kümmert sich derweil noch um einen gerissenen Halteriemen am Zelt. Mit Angelschnur wird kurzerhand ein neuer angenäht. Am Ende ist die Zeit dann doch wieder schnell vergangen. Es ist bereits 17 Uhr, als wir beide mit unseren Tätigkeiten fertig sind. Eigentlich hatten wir geplant noch eine Runde Beanbag zu spielen. Darauf verzichten wir jetzt spontan und gehen direkt zum Essen über. 
Gestern haben uns die Hotdogs noch nicht vom Hocker gerissen. Für heute haben wir daher einige Verbesserung im Zubereitungsprozess eingeführt. Brötchen und Würstchen wärmen wir dieses Mal auf. So schmeckt es bereits viel besser. Noch immer kein totaler Knaller, aber schon ziemlich lecker. Beim anschließenden Abwasch beginnt die Herrschaft der Mücken. Trotz Spray wird vor allem Cecil übel zerstochen. Durch das T-Shirt hindurch erleidet er etliche Stiche auf dem Rücken. Wir legen daher eine weitere Schicht Anti-Mücken-Spray auf und zünden noch ein Stäbchen an. Dessen Rauch soll die Biester ebenfalls abhalten. 
 
 
Nach dem Essen gehen wir zum Abendprogramm über. Sarah schnappt sich den Laptop. Wir wollen ihrem Vater ein selbst gestaltetes Puzzle schenken. Dafür gilt es geeignete Fotos herauszusuchen. Für Cecil bleibt das Tablet. Er schreibt erst die Stichpunkte von heute weiter und macht sich dann daran einen früheren Eintrag auszuformulieren. Noch immer ist es drückend warm. Dazu werden wir von kleinem Viehzeug überfallen, welches sich offensichtlich nicht von Spray und Rauch beeindrucken lässt. Doch wir reißen uns zusammen und versuchen es so gut es geht auszublenden. 
 
 
Sarah zieht sich als erste zurück und geht hoch ins Zelt. Bei Cecil läuft es so gut, dass er noch bleibt und drei Tage am Stück schreibt. Diese Session war damit wirklich erfolgreich. Zur Belohnung schaut er noch das Ende von “The Patriot”. Im Gegensatz zum Schreiben braucht es bei einem Film mit über drei Stunden Laufzeit manchmal mehr als eine Sitzung. Doch am Ende ist auch das geschafft. Ziemlich zufrieden mit sich, geht es anschließend auch für Cecil ins Bett.

Kommentare

  1. Vielen, vielen Dank für euer Puzzle. Es har mir sehr viel Spaß gemacht.

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