15.05., Samstag: Lake Elingamite Camp Area - Parkplatz mit Überhöhe
Um halb sieben klingelt der Wecker. Wir bleiben zunächst liegen, da es schon wieder regnet. Erst um kurz vor acht scheint dieser langsam abzuklingen und wir wagen einen Fuß vor das Zelt zu setzen. Zum Frühstück gibt es endlich wieder eine Hass Avocado. Die Saison der Sorte Shepard ist zu Ende und wir werden ihr keine Träne nachweinen. Tatsächlich haben wir nach mehreren enttäuschenden Käufen aufgehört überhaupt Avocado zu essen. Das wertet unser gutes Frühstück wieder auf.
Während sich Cecil um den Abwasch kümmert und bereits die ersten Kleinigkeiten zusammenpackt, macht sich Sarah auf zur Dusche hinter der Bar, die uns der nette Barkeeper mit deutschen Wurzeln gestern Abend angeboten hat. Im Bad selbst ist es ziemlich kühl, doch das Wasser wird schnell heiß und macht alles andere vergessen. Nachdem Sarah zurück ist, packen wir das Zelt ein und fahren ab.
Bis nach Warrnambool sind es 30 Kilometer. Überraschenderweise gibt es doch einen Aldi in der Stadt. Eine gute Weile spielen wir mit dem Gedanken gleich nochmal Burger zu machen, sind am Ende aber vernünftig. Der Besuch beim Reject Shop im Anschluss ist wenig erfolgreich. Sarah bekommt weder Tee noch warme Einlagen für die Schuhe. Lediglich eine Portion Mac&Cheese, die man ausnahmsweise im Topf erwärmen kann und daher keine Mikrowelle benötigt, erstehen wir.
Bei Kmart kauft Sarah anschließend das gleiche Paar Thermo-Socken, wie es Cecil bereits besitzt. Für Frauen gibt es einfach nichts Vergleichbares. Hoffentlich passt ihr die Größe S der Männer-Ausführung. Bei Handschuhen wird es noch schwerer. Alles ist mit Gold verziert und sonstigem Gedöns behangen. Warmhalten würden diese Accessoires wohl kaum. Am Ende verzichtet Sarah auf einen Kauf. Zu guter Letzt gibt es bei Best&Less ein paar Stopper-Socken, die Sarah für ihren Sport gebrauchen kann.
Nach einer kurzen Stärkung bei McDonald's bleiben wir noch eine gute Weile sitzen. Wir müssen noch immer ein Hotel in Melbourne finden. Oder wie gesagt einen Parkplatz. Bei booking.com wälzen wir eine gefühlte Ewigkeit die Kommentare zu sämtlichen Hotels der Stadt durch. In diesen findet man am ehesten eine Aussage über die Höhenbeschränkung der zugehörigen Tiefgarage. Cecil ruft sogar noch ein paar Hotels direkt an, doch es ist überall das gleiche Dilemma. Die maximale Höhe beträgt zwischen 2-2,2 Metern und dafür ist Koby mit gut 2,3 m schlicht zu hoch. Nach einer Stunde Recherche fliegen wir bei McDonald's aus dem Wlan. Zwangsläufig brechen wir daher zunächst ab. Doch wir wissen schon, wo wir das nächste kostenfreie Wlan finden können.
Bei Bunnings angekommen, geht die Suche nach einem geeigneten Hotel direkt weiter. Allerdings verfolgen wir einen neuen Ansatz. Vielleicht können wir eine Unterkunft finden, in dessen Nähe sich ein geeignetes Parkhaus befindet. Dann wäre Koby zwar nicht kurzfristig erreichbar, doch mittlerweile müssen wir solche Optionen erwägen. Für einen Stellplatz würden dann voraussichtlich weitere 50-70$ fällig. Wir teilen uns die Suche auf. Sarah schaut nach günstigen Hotels, Cecil übernimmt die Parkhäuser. Doch wie wir es auch drehen und wenden, es wird kein Schuh daraus. Schon etwas genervt, wechseln wir von booking.com erneut zu AirBnB.
Wir finden drei Unterkünfte, die für uns in Frage kommen würden. Alle verfügen über kostenlose Parkplätze. Über eine eventuelle Höhenbeschränkung können wir nichts finden. Cecil schreibt alle drei Anbieter an und fragt explizit nach. Einer antwortet sofort und bietet uns einen speziellen Platz an, bei dem die Höhe des Autos keine Rolle spielt. Dazu ist seine Unterkunft die günstigste, verfügt, den vorherigen Gästen nach, über schnelles WLAN und die Lage passt uns sehr gut. Wir überlegen nur einen ganz kurzen Moment, ob wir noch die Antworten der anderen abwarten, doch dann buchen wir. Für 127€ bekommen wir ein komplettes Apartment für zwei Nächte im Zentrum von Melbourne. Mit passendem Parkplatz. Endlich haben wir dieses Thema abhaken können. Es ist schon fast 15 Uhr, als wir den Baumarkt betreten.
Für eine Reparatur am Dachzelt benötigen wir ein paar Metallplatten und Kleber. Die Platten sind schnell gefunden, beim Kleber lassen wir uns lieber beraten. Plastik und Metall zu verbinden ist so eine Sache. Es wird uns zu Epoxid-Harz geraten. Das hatten wir auch schon in der Hand, doch laut Packungsangabe wird dieses nicht für Plastik empfohlen. Wir entscheiden uns am Ende für einen Kleber von “Gorilla”. Mit dem doppelseitigem Klebeband der gleichen Marke haben wir das Solarpanel aauf dem Dach von Koby befestigt und das hält noch immer bombenfest. Am Ende stehen wir noch vor den Mausefallen. Eine Lebendfalle kostet nur schmale 7$. Cecil meint trotzdem, dass es nicht nötig sei. Ziemlich sicher sind wir die Maus bereits los. Er verspricht die Sache nochmals genauer zu beobachten. Falls wieder Kötel auftauchen, könnten wir immernoch eine Falle kaufen.
Es ist halb fünf, als wir wieder im Auto sitzen. Wir hatten uns bereits einen Platz für die kommende Nacht ausgeguckt, doch diesen würden wir erst nach zwei Stunden erreichen. Damit wäre eine Fahrt im Dunkeln vorprogramiert. Daher folgt eine Planänderung und wir steuern einen Platz an, der lediglich eine halbe Stunde entfernt liegt. Vorher müssen wir nur noch schnell tanken. 95er Benzin kostet nur 1,39$/Liter. Dazu liegt Koby's Verbrauch bei nur 15,5L/100km. Beides recht annehmbare Werte.
Als wir den Platz gegen 17 Uhr erreichen, werden wir von zwei Wallabies begrüßt. Anschließend müssen wir zwar feststellen, dass die Toiletten abgeschlossen sind, doch immerhin ist der Rasen hier recht trocken. Dazu sind nur zwei weitere Camper vor Ort, zu denen wir ordentlich Abstand halten können. Sarah beginnt sofort mit ihrem Sport, Cecil schreibt derweil die Stichpunkte von heute.
Wir sind beide noch nicht fertig, da beginnt es leicht zu tröpfeln. Cecil fängt daher an das Zelt aufzubauen und Sarah steigt mit ein, nachdem sie ihre letzte Übung absolviert hat. Falls der Regen zunimmt, können wir Schutz unter dem Zelt finden. Sarah zieht sich anschließend oben um und Cecil schreibt die Stichpunkte fertig.
Gegen 18 Uhr ist es dunkel und wir überlegen, wie der Abend weitergehen soll. Cecil ist im Grunde bereit fürs Bett, doch Sarah hat sich fest vorgenommen, heute noch Fotos zu bearbeiten. Von dieser Motivation angesteckt, zieht Cecil mit und schreibt das Tagebuch weiter. Nach 1 ½ Stunden reicht es uns aber doch. Langsam sind wir ganz schön durchgefroren.
Oben im Zelt schauen wir uns gemeinsam die Videos an, die Cecil in letzter Zeit für den Blog produziert hat. Danach lassen wir eine Folge Fargo laufen. Es folgt eine zweite, nachdem wir uns zum Zähneputzen erneut aus den Decken gequält haben. Danach ist es an der Zeit zu schlafen.
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